Title Original Language:
Vorschläge der EU-Kommission für zwei Richtlinien über bestimmte vertragsrechtliche Aspekte der Bereitstellung digitaler Inhalte sowie des Online-Warenhandels und anderer Formen des Fernabsatzes
Abstract Original Language:
Die Anwendungsbereiche der beiden Richtlinien sind in vielen Fällen schwer voneinander abgrenzbar. Ebenso bleibt es überwiegend unklar, wie die Richtlinien von anderen Rechtsrahmen, wie der kürzlich auf EU-Ebene verabschiedeten Datenschutz-Grundverordnung, abzugrenzen und mit ihnen in Einklang zu bringen sind. Die durch die Entwürfe erzeugte rechtliche Komplexität ist weder für Verbraucher noch für Rechtsanwender verständlich. Dies würde zu großer Rechtsunsicherheit führen. Für eine Differenzierung des kaufrechtlichen verbraucherschützenden Mangelgewährleistungsrechts je nach Vertriebsweg online beziehungsweise im Fernabsatz oder offline gibt es keinen sachlichen Grund. Der Anwendungsbereich des Vorschlags der Richtlinie über digitale Inhalte ist problematisch, da er nicht klar abgegrenzt ist und zu weiteren Unsicherheiten führt. Die unter den Anwendungsbereich fallenden Angebote sind sehr unterschiedlich. Insgesamt würden viele der Regelungen aus beiden Vorschlägen zu einer teils starken Verschlechterung der Position der Unternehmen führen. Diese Verschlechterung sehen wir als nicht sachgerecht an. Die in der Begründung der beiden Vorschläge beschriebenen Vorteile für Unternehmer sind demgegenüber nicht erkennbar. Ein Interessenausgleich wird nicht vorgenommen. Insgesamt verschieben die beiden Richtlinienentwürfe die Vertragspflichten und Risiken deutlich zu Lasten der Anbieter, insbesondere der Anbieter von digitalen Inhalten. Schon deswegen ist nicht anzunehmen, dass die Richtlinienentwürfe zu einer Ausweitung des grenzüberschreitenden Handels – insbesondere mit digitalen Inhalten – führen werden. Es ist zu befürchten, dass sie das Gegenteil bewirken werden.